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Einen Hund kaufen oder adoptieren?

07.11.2014
by Ivana
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Bei der Anschaffung eines Hundes ist die erste große Hürde die Entscheidung, ob ein Hund gekauft oder vielleicht doch lieber eins adoptiert werden soll. Wir haben mit beiden Szenarien Erfahrungen. Naomi wurde gekauft, Flacky adoptiert. Naomi war ein Überraschungsgeschenk für mich zu unserem Zweijährigen und wurde von Züchtern in der Slowakei erworben. Ich werde nie den Tag vergessen, als ich einen angeblich dringenden Anruf meines Schatzes erhielt und er meinte, ich soll sofort nach Hause kommen, etwas sei passiert. Haha, von wegen. Als ich zu Hause ankam, stand im Wohnzimmer eine Kiste und darin war ein kleiner süßer Welpe. Ein Cocker Spaniel natürlich, denn mein Liebster wusste, dass dies meine Lieblingshunderasse ist und ich schon einmal für 12 Jahre einen Cocker Spaniel besaß. Unsere kleine Familie war geschaffen. Iwan, Naomi und ich.
Zwei Jahre später gesellte sich ganz ungeplant, von heute auf morgen, ein weiteres Familienmitglied zu uns: Flacky. Eine liebe Freundin von mir postet täglich Fotos von Hunden und Katzen, welche ein trautes Heim suchen und irgendwie blieb ich bei seinem Bild stehen und es machte mich total traurig und auch wütend, dass dieser Hund kein zu Hause hat. Ich zeigte Iwan das Bild und er meinte, los wir holen ihn. Wir entschieden uns noch eine Nacht darüber zu schlafen und am nächsten Tag holten wir den Kleinen nach Hause. Wir trafen meine liebe Freundin in Bratislava, die uns zu dem Ort, wo Flacky lebte, brachte und uns bei der Kommunikation aushalf, denn Slowakisch spricht keiner von uns, wie in diesem Artikel hier erwähnt.
Dort angekommen, ist es gar nicht so einfach, sich nur für einen Hund zu entscheiden. Es gab neben Flacky noch ein Baby Cocker Spaniel und wir haben uns schweren Herzens nur für die Adoption eines Hundes entschieden. Doch drei Hunde in der Wohnung zu halten, wäre einfach zu viel gewesen. Wir nahmen Flacky mit, einerseits weil wir seinetwegen in die Slowakei gefahren sind und andererseits, weil er der Ältere war und wir uns dachten, dass der Kleinere als Welpe bessere Chancen hat adoptiert zu werden. Ach ja, Flacky war ein Jahr alt, also schon ausgewachsen.
Hier kommen wir schon zu dem ersten Unterschied zwischen einem Kauf und einer Adoption. Verkauft werden in der Regel Welpen. Bei zur Adoption stehenden Hunden handelt es sich zumeist um ältere Hunde. In meinen Augen heißt das aber nicht, dass diese weniger liebenswert sind. Den zweiten Unterschied stellt das Finanzielle dar. Einen Hund zu adoptieren ist normalerweise günstiger als ein Hundebaby zu kaufen. Wir haben für Flacky gar nichts gezahlt bzw. wie viel wir wollten. Normalerweise werden an Tierschutzorganisationen die Tierarzt- und Verpflegungskosten erstattet.
Es gibt auch Unterschiede in der Erziehung der Hunde. Viele denken sich wahrscheinlich, es ist sicherlich nicht so einfach, einem erwachsenen Hund beizubringen stubenrein zu sein wie einem Welpen. Also in unserem Fall war dies genau umgekehrt. Wir haben lange 8 Monate damit gekämpft, Naomi beizubringen, dass sie ihr Geschäft draußen zu erledigen hat, während Flacky nach nur einem Tag stubenrein war. Jap, richtig gelesen, Flacky hat nur zweimal Andeutungen gemacht, in der Wohnung sein kleines Geschäft verrichten zu wollen, wurde sofort gerügt und er hat es auf Anhieb kapiert. Eine seiner süßesten Eigenschaften ist, dass er immer an der Ausgangstür kratzt, als Symbol, dass wir mit ihm raus gehen müssen. Als Nachteil einer Adoption, zumindest in unserem Fall, war es, dass Flacky´s Immunsystem richtig geschwächt war und wir über ein halbes Jahr fast jede Woche beim Tierarzt waren.
Unser Flacky ist so gütig und hat so ein gutes Herz. Er ist intelligent und gehorsam und immer stets bemüht. Wir lieben beide Hunde gleichviel, doch einen Hund zu kaufen ist für uns nach unseren Erfahrungen keine Option mehr. Flacky war zwar nicht gesundheitlich fit, er wurde mit Müll gefüttert (ich erzähle euch lieber nicht, was er ausgebrochen hatte, als wir ihn abholten) und wer weiß wie lange er so überlebt hätte. Wir sind seitdem eindeutig für die Adoption eines Hundes, auch wenn man zu Beginn vielleicht mehr Arbeit hat (insbesondere wenn man zwei Hunde hat so wie wir, aber dazu bald mehr.), es lohnt sich.