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Was ich über Freundschaften gelernt habe

17.04.2016
by Ivana
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heart with a block

Im heutigen Post dreht sich alles um das Thema Freundschaft. Falls ihr euch an meinen Post Tschüss 2015, Hallo 2016 erinnern könnt, wisst ihr, dass letztes Jahr sehr taff war. (Für die neueren Leser, wir haben drei Familienmitglieder verloren und ich wäre auch fast draufgegangen.). Unabhängig davon, wie schlimm diese Zeit war, hat sie auch etwas ganz Tolles hervorgebracht. Ich habe sehr viel über meine familiären Beziehungen und vor allem über Freundschaften gelernt. Dies möchte ich heute gerne mit euch teilen.
In guten wie in schlechten Zeiten
Wenn man eine sehr schwere Zeit durchmacht, sollten Freunde für einander da sein. Früher oder später schlägt das Schicksal bei jedem zu. Doch in Zeiten wo sich so viel um Selbstinszenierung und Angeben auf Social Media geht, vergessen leider sehr viele, dass im Leben auch Negatives passiert und auch zum Leben dazugehört. Freundschaft bedeutet nicht nur, sich in goldenen Zeiten zu treffen und das tolle Essen auf Insta und Co zu teilen, sondern dass man auch in weniger guten Zeiten, in Situation, die alles andere als cool und Social Media tauglich sind, für einander da ist. Wenn das nicht so ist, dann sind zwischenmenschliche Enttäuschungen vorprogrammiert. So war es auch bei mir letztes Jahr. Man ärgert sich über sich selbst, so viel Zeit, Geld und Emotionen in offensichtlich falsche Personen investiert zu haben. Doch ich hatte auch ein glückliches Händchen. Eine superliebe Freundin von mir, lies in der Arbeit alles liegen und stehen und eilte zu mir ins Krankenhaus als sie erfuhr was passiert ist, um mir beizustehen. Etwas was ich nie vergessen werde. Doch es gab genauso eine Person, die aus reiner Sensationslust zu mir ins Spital kam. Das ist keine echte Freundschaft und ebenso ist niemand ein Freund, der in der selben Strasse wie du wohnt, dich aber kein einziges Mal während dieser schweren Zeit besuchen kommt. Interessant finde ich, dass ich von all diesen Personen im letzten Jahr nichts mehr hörte und jetzt Anfang des Monats, als ich Geburtstag feierte, auf einmal sich viele mittels Nachrichten und Anrufen meldeten. Ganz nach dem Motto, sie hat sich sicherlich von dem Schicksalsschlag letzten Jahres erholt und jetzt wäre ein Treffen cool. Doch was ist passiert? Ich bin weitergezogen. Ich habe durch meine schwere Zeit tolle Personen kennengelernt, die ein ähnliches Schicksal teilen. Etwas später sind durch Zufall weitere liebe Menschen Teil meines Lebens geworden. Zeit ist so etwas Kostbares und ich verbringe meine wenige Freizeit nur noch mit Personen, die sich als wahre Freunde erwiesen haben. Ich denke, nach Enttäuschungen ist es wichtig, nicht sein Herz zu verschließen und fest daran zu glauben, dass es da draussen auch gute Menschen gibt und diese einem früher oder später über dem Weg laufen werden.
Ich möchte auch noch erwähnen, dass man in schlechten Zeiten nicht auf Personen mit einem Helfersyndrom reinfallen sollte. Es ist gar nicht so einfach diese zu erkennen. Zunächst hört es sich nett an, dass jemand jemandem helfen will. Doch das Problem ist, dass diese Personen helfen, weil es ihnen selbst etwas gibt und diese verschwinden so schnell aus deinem Leben, wie sie gekommen sind – nämlich dann, wenn du wieder glücklich bist. Das kann dann auch sehr schwer sein und du kannst dich emotional betrogen und ausgenützt fühlen. Ein wahrer Freund ist also jemand, der sowohl die glücklichen Momente mit dir feiert als auch in den schwersten Zeiten da ist.

Prüfe bevor du dein Herz verschenkst
Ich würde sagen, dass ich in der Vergangenheit sehr naiv war. Ich hatte nicht selektiert, wen ich in mein Leben lasse und wenn nicht. Ich war offen und dachte immer, dass alle Menschen zwar nicht perfekt aber gutgesinnt sind. Tja, heute weiß ich, dass auch herzensböse Personen existieren und lasse nicht mehr einfach so jemanden in mein Leben herein. Ich habe auch gelernt auf meinen sechsten Sinn zu hören und meinem Gefühl zu vertrauen.
Qualität über Quantität
Mein braucht keine Hundert Freunde um sich herum. Eine weise alte Dame sagte vor langer Zeit zu mir „im Leben kann man wahre Freunde an einer Hand abzählen“. Eine Aussage, die ich glatt so unterschreiben würde.
Kommunikation
Natürlich kommt es in Beziehungen, so auch in Freundschaften, früher oder später zu Missverständnissen oder Uneinigkeiten. Doch das Ganze ist gar kein Problem, wenn man von Personen umgeben ist, die fähig sind zu kommunizieren. Ich umgebe mich nur noch von solchen Menschen, denn Leute, die schweigen und Trübsal blasen und einen dann meiden ohne etwas zu sagen, kommen mir nicht mehr in die Tüte. 🙂
Distanz verändert nichts
Leute kommen und Leute gehen, doch wahre Freunde kommen um zu bleiben. Es ist auch möglich Freundschaften auf Tausende von Kilometern mit der selben Intensität aufrecht zu erhalten. So wohnt eine sehr enge Freundin von mir derzeit in UK. Davor war sie 4 Jahre in Deutschland und auch während unserer Studienzeit hatte sie Österreich zwei mal verlassen, einmal wegen einem Auslandssemester und einmal ein halbes Jahr für ein Auslandspraktikum. Inwiefern hat die Distanz unsere Freundschaft belastet? Gar nicht. Dank what´s app, viber und E-Mail hören wir uns fast täglich.
Welche Erfahrungen habt ihr bisher in Freundschaften gemacht bzw. welche Lektionen gelernt?